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Typische Touristenfallen: So schützen Sie sich vor Kriminellen auf Reisen

Abzocker und Betrüger sind auf der ganzen Welt zuhause. Auch die Ferieninsel Mallorca ist nicht von ihnen verschont geblieben. Schließlich führen die Touristen viel Geld, teure Kameras, Bankkarten und andere begehrte Dinge mit sich. Und das tiefenentspannte Urlaubsgefühl lässt das Aufmerksamkeitsniveau sinken. Schon ist das Portemonnaie weg oder der Pass gestohlen oder die Bankkarte zweckentfremdet. Natürlich macht es keinen Spaß, im Urlaub dauernd gestresst und argwöhnisch aufzupassen. Aber es trägt deutlich zu Ihrem Wohlbefinden bei, wenn die Geldbörse noch an Ort und Stelle sitzt. Hier ein paar Hinweise, wo auf der Baleareninsel die Gefahren lauern können.

Taschendiebe

Unaufmerksamkeit plus Menschengedrängel sind die besten Arbeitsvoraussetzungen für Taschendiebe. Auf den belebten Märkten Mallorcas sind die Kriminellen meist im Duo unterwegs: Eine Person lenkt die Aufmerksamkeit des Opfers ab (zum Beispiel durch „versehentliches“ Anrempeln), die andere fingert blitzschnell Portemonnaie und Brieftasche heraus. Auch die überfüllten Linienbusse, die Arenal und Playa de Palma mit dem Zentrum der Hauptstadt verbinden, sind ein beliebtes Arbeitsgebiet für Taschendiebe.

Nelkenfrauen

Eine besondere mallorquiner Spezialität des Taschendiebstahls sind die „Nelkenfrauen“. Das sind meist hübsche, temperamentvolle Frauen, die Ihnen mit viel Folklore und Tamtam Nelken verkaufen wollen. Ihr Arbeitsgebiet liegt am Hort del Rei, am Passeig Maritim und auf der Stadtmauer unterhalb der Kathedrale. Ziel des Blumenverkaufs: Sie sollen Ihr Portemonnaie zücken. Während Sie nach den geforderten Kleingeld kramen, walten diese Spezialistinnen ihres eigentlichen Amtes und fingern Ihnen so schnell die Scheine aus dem Portemonnaie, dass Ihnen der Verlust erst im nächsten Restaurant auffällt. Gegen diese üblen Handwerkerinnen hilft nur rechtzeitiges Ausweichen und Vorsicht.

Hütchenspieler

Das Hütchenspiel ist nun wirklich ein alter Hut. Dass es trotzdem immer noch funktioniert, beweist allein, wie entspannt die Urlaubslaune bei vielen Mallorca-Touristen sein muss. Hütchenspieler machen die Playa de Palma unsicher, mit Schwerpunkt El Arenal. Sie lassen sich auch nicht davon abschrecken, dass Mallorcas Justiz mit drastischen Strafen gegen sie vorgeht. Eine Kugel wandert zwischen drei Bechern hin und her. Der Urlauber setzt Geld darauf, bei Spielende die Position dieser Kugel bestimmen zu können. Leider kann der Trickbetrüger die Kugel durch geschickte Manipulation beliebig verschwinden und wieder auftauchen lassen. Diese Art von Handarbeit kostet Sie hohe Wetteinsätze. Vor Hütchenspielen bewahrt Sie nur der berühmte Bogen.

Wechselgeldbetrüger

Gehören Sie zu den Menschen, die in Deutschland an der Supermarktkasse den Bon nachrechnen? – Auf Mallorca sehen Sie vieles lockerer. Schließlich ist Urlaub, da darf die ewige Rechnerei mal aufhören. Viele Touristen scheinen jedoch ins gegenteilige Verhalten zu fallen: Sie zahlen und stecken die zurückgegebenen Scheine achtlos ins Portemonnaie zurück. Genau diese entspannte Unachtsamkeit machen sich betrügerische Verkäufer und Kassierer zunutze. Zahlen Sie mit einem 50-Euro-Schein, geben ihnen die Trickser nur auf 20 Euro zurück – im Entdeckungsfall können sie sich immer noch auf einen Irrtum hinausreden. Besonders in kleinen Geschäften mit schlecht bezahlten Angestellten wird so ein Zubrot verdient. Aber auch am Flughafen von Palma sind derlei Tricks bereits aufgeflogen. Zahlen Sie möglichst passend und passen Sie auf! Im Betrugsfall hilft nur eins: Lautstark Alarm schlagen und mit der Polizei drohen.

Geldautomaten-Manipulateure

Ein Geldautomat ist Gold wert. Das finden Kriminelle auch. Auf Mallorca gibt es über 600 dieser praktischen Geräte, die zur Bequemlichkeit und Sicherheit ihrer Kunden dienen sollen. Denn seit es den Geldautomaten gibt, muss niemand mehr große Geldsummen mit in den Urlaub nehmen. Da sich das Geld nun nicht mehr im Portemonnaie befindet, ist der automatische Scheinspender in den Fokus spezialisierter Banden geraten. Der Eingabeschlitz für die EC-Karte wird mit einem Klebestreifen manipuliert. Sie schieben die Karte ein und heben ganz normal und mit abgedeckt eingetippter Geheimzahl Ihr Geld ab. Aber die Karte bleibt im Automaten. Jetzt werden Sie nervös, tippen auf dem Gerät herum und verlieren allmählich den Kopf. Der freundliche Einheimische, der nach Ihnen dran ist, erklärt Ihnen in gebrochenem Englisch, dass er das Problem kenne: Einfach die Geheimzahl noch einmal eintippen, dann kommt die Karte raus. Konfus geworden, tippen Sie den Code ohne Vorsichtsmaßnahmen ein – und die Karte bleibt drin. Nachdem Sie kapituliert haben, holt der einfallsreiche Techniker Ihre Karte aus dem Automaten und räumt das Konto ab. Gegen solche Gemeinheiten hilft nur eines: Ziehen Sie Ihr Geld während der Banköffnungszeiten. Und nehmen Sie niemals Hilfe von Nicht-Bankangestellten an.

Im Notfall

Noch ein paar Tipps für den Ernstfall. Kopieren Sie zu Hause alle wichtigen Dokumente. Zeigen Sie den Diebstahl/Betrug bei der hiesigen Polizei an – unverzichtbare Voraussetzung für Banken-, Behörden- und Versicherungsleistungen. Sperren Sie Ihre Karten unter der zentralen Sperrnummer 0049-116. Provisorische Ausweispapiere erhalten Sie beim Deutschen Konsulat in Palma, Calle Porto Pi 8.

3 Kommentare

  1. Das sind echt wertvolle Tipps. Ich habe das mal mit den Hütchenspielern erlebt.

  2. hab vorgestern im Fernsehen einen Bericht von PRO7 gesehen. Wie sicher ist Mallorca…
    Sehr interessant. U.a. wurde über „Klauhuren“ am Ballermann berichtet. Frauenbanden aus Nigeria, die Männer umgarnen und dabei diese beklauen. Egal ob betrunken oder nüchtern.

  3. Mir würden im Linienbus vom Fahrer beim bezahlen mit einem 50 Euro Schein 10 Euro zu wenig raus gegeben. Hab es leider zu spät bemerkt.

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