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Reise-Wortschatz Spanisch & Katalan

Sprache ist Identität. Die Sprache ist das Blut und das Herz und die Seele einer Nation; in ihr hat sie ihre Traditionen, ihre Vergangenheit, ihren Intellekt und ihre Emotionen eingebettet. Eine Sprache unterdrücken oder verbieten heißt, Leben und Lebensart ihrer Sprecher zu unterdrücken. Die Katalanen leben seit Jahrhunderten mit einem Auf und Ab von Ausgrenzung und Förderung ihrer Sprache. Denn das Katalanische (und seine Dialektform Mallorquinisch) steht ganz eigenständig neben dem Spanischen. Katalanisch blickt auf eine uralte Geschichte und eine reiche Literatur zurück. Und die meisten Mallorquiner sind einfach glücklich, wenn Sie von einem Touristen in Ihrer geliebten Inselsprache angesprochen werden.

Heimatsprache schafft Freunde

Stellen Sie sich vor, Sie treffen als Bayer in Bayern auf einen Spanier, der Sie auf Deutsch anspricht. Da sind Sie einerseits froh, denn nun müssen Sie nicht Ihr schadhaftes Englisch hervorkramen; andererseits haben Sie Respekt vor dem sprachgewandten Spanier. Wenn der Spanier Sie in Ihrem bayerischen Dialekt nach dem Weg fragen würde, wäre die Überraschung perfekt. Auf Mallorca können Sie als deutscher Tourist mit Katalanisch auftrumpfen oder – Gipfelpunkt der sprachlichen Annäherung – mit dem Inseldialekt Mallorquin. Ein paar Schlüsselwörter und -sätze aus den wichtigsten Bereich des täglichen Gebrauchs sollte jeder Urlauber im Gepäck haben. Sprache öffnet Türen.

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Die unterdrückte Sprache

Katalanisch ist im 20. Jahrhundert viele Jahrzehnte in den Untergrund gedrängt worden. Der Diktator Franco ging in seiner langen Regierungszeit von 1939 bis 1975 so weit, Telefongespräche auf Katalanisch zu verbieten. Und noch heute ist das Katalanische ein Politikum. Auf Mallorca haben die wechselnden Regierungen die Inselsprache aus dem Rathaus herausgeworfen oder wieder hereingeholt. Ein dezidiert Katalanisch sprechender Inselbewohner gilt entweder als rückständig oder als traditionsverbunden, je nach Betrachtungsweise. Dabei muss sich das Katalanische nicht neben dem Spanischen verstecken. Es ist bereits zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert nach Christi entstanden und wird heute von rund 11 Millionen Menschen gesprochen. Ein Drittel der spanischen Druckerzeugnisse wird auf Katalanisch veröffentlicht. So sieht wahrhaftig keine Nischensprache aus.

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Geflogene Punkte und gehende Vergangenheitsformen

Katalanisch ist wie das Spanische aus dem Vulgärlatein entstanden. Grammatikalisch nimmt das Katalanische eine Zwischenstellung zwischen dem Spanischen und dem Französischen ein. Passend dazu ist Katalanisch nicht nur in Spaniens Nordosten, sondern auch jenseits der Pyrenäen im französischen Départment Pyrénés Orientales verbreitet. Wenn Sie Katalanisch erlernen wollen, müssen Sie sich vor allem mit der Konjugation unregelmäßiger Verben beschäftigen, denn das Katalanische besitzt mit 120 Konjugationstabellen wesentlich mehr davon als das Spanische. Dabei gilt: Je zahlreicher die unabgeschliffenen unregelmäßigen Verbkonjugationen sind, desto urwüchsiger und lebendiger klingt die Sprache. Das Katalanische führt mit dem Preterit perfet perifrastic eine einzigartige Vergangenheitsform, die mit dem Hilfsverb ‚gehen‘ gebildet wird.

Eine weitere Einmaligkeit der katalanischen Schriftsprache ist der Punt volat, wörtlich übersetzt der ‚Geflogene Punkt‘. Er steht in der Mitte zwischen zwei ‚l‘, wenn in der Aussprache der Laut erhalten bleiben und nicht zu einem weichen ‚j‘ verschliffen werden soll. Der Satzbau des Katalanischen bevorzugt häufig die Verb-Objekt-Subjekt Anordnung: Eine drastisch-dramatische Form der Satzkonstruktion, weil das Verb als erläuterndes Tatwort den Satz wie mit einem Paukenschlag beginnt. Im mallorquinischen Dialekt des Katalanischen weichen die bestimmten Artikel oft ab. Vor Personeneigennamen wird der Artikel im Mallorquinischen auf ’n‘ verkürzt. Aber bevor Sie sich in die Feinheiten des Dialekts vertiefen, denken Sie an den Spanier in Bayern: Mit ein paar Sätzen Katalanisch werden Sie auf Mallorca bereits genug Ehre einlegen. Adéu!

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2 Kommentare

  1. das ist eine gute Hilfestellung.Ich dachte,wie gehts heißt que tal?

  2. Hallo Marion,

    man kann beides sagen 🙂

    ¿cómo estás? bezieht sich allerdings mehr auf das (gesundheitliche) Befinden während
    ¿qué tal? etwas allgemeiner und unverbindlicher ist und man damit nach dem Befinden im Allgemeinen fragt. Wir haben deine Frage mal zum Anlass genommen den Begriff auszutauschen.

    Danke und viele Grüße
    Lucien von Las Islas Reisen

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