Sa Calobra

Diese Filme wurden auf Mallorca gedreht

Jeder Regisseur weiß: Eine aufregende Landschaftskulisse macht einen Film nicht automatisch gut – aber sie hilft ungemein. Die Geschichte Mallorcas ist auch eine Film- und Drehortgeschichte. Bereits 1913 entdeckte die aufstrebende Filmbranche die Trauminsel der Balearen und drehte dort unter dem italienischen Regisseur Giovanni Doria „The Mysterious Ring“. Im 21. Jahrhundert stellt Mallorca jährlich seine einmalige Landschaft und Architektur für zahlreiche Produktionen zur Verfügung. Es hat einen besonderen Reiz, einen Film im Kino oder Fernsehen zu erleben und sodann auf der größten Baleareninsel die Originalschauplätze zu erkunden. Hier ein paar mallorquinische Lokalitäten, an denen Filmgeschichte geschrieben wurde.

Das Böse unter der Sonne

Fangen wir gleich mit etwas Großem an: Peter Ustinov. Der überragende britische Schauspieler betrat in Gestalt des Meisterdetektivs Hercule Poirot mallorquinisches Gefilde. Poirot, berühmter Kriminalist aus der Feder Agatha Christies, ermittelt in „Das Böse unter der Sonne“ von 1982 an der Cala Fornelis, einer Bucht im Westen nahe Paguera, und an der Cala Formentor ganz im Norden, die mit ihrem grünen Hinterland sehr zeitlos wirkt.

The Night Manager

Ein Sprung in die Gegenwart, in die Kleinkunst der Fernsehserien. Vielleicht hat jemand im Sommer 2016 den Dreiteiler „The Night Manager“ gesehen. Die Serie basiert auf einem John-Le-Carré-Roman und spielt an besonders beeindruckenden Drehorten. Da darf Mallorca nicht fehlen. Hier hat sich das Filmteam ein besonders spektakuläres Anwesen als Kulisse ausgesucht: La Fortalezza. Die historische Festung bei Pollenca samt seiner Terrasse über den Klippen ist 2011 für 35 Millionen Pfund in den Besitz eines britischen Lords übergegangen. Dennoch kann der Drehort besichtigt werden. Die Balearenregierung hat öffentliche Besuchstage für das Kulturdenkmal ausgehandelt.

Ein ganzes halbes Jahr

Ebenfalls im Sommer 2016 lief der britische Liebesfilm „Ein ganzes halbes Jahr“ an. Diese Romanze zwischen einem an den Rollstuhl gefesselten reichen Banker und seiner Pflegerin spielt vor allem in Großbritannien. Es kommt jedoch auch eine Reise nach „Mauritius“ vor – die zur Belustigung des Mallorca-Kenners auf der Baleareninsel gedreht worden ist. Zu erkennen ist der Flughafen von Palma, das Cap Formentor sowie das legendäre Luxushotel Formentor in Port de Pollença. Auf dem Privatstrand dieses Hotels findet eine herzzerreißende Liebesszene statt.

Sindbad

Mallorca ist wie eine Märcheninsel aus Tausendundeiner Nacht. Dieses Potenzial haben Kinomacher früh erkannt. So wurde ein Klassiker aus der orientalischen Märchenliteratur gleich zweimal auf der größten Baleareninsel verfilmt. 1958 entstand „Sindbads siebente Reise“, 1974 „Sindbads gefährliche Abenteuer“. Der Sultanspalast aus dem Film steht im Pueblo Espanol. Dieses im Westen der Hauptstadt Palma gelegene Dorf ist ein Freilichtmuseum, ein Spanien en miniature auf 6000 Quadratmetern. Reizvoll ist es, sich die alten Sindbad-Filme anzuschauen und dann der Cala de Sa Colobra einen Besuch abzustatten. Sindbad und sein Gefolge gehen in dieser malerischen Bucht an der Nordwestküste Mallorcas von Bord und werden sogleich von einem schreckeneinflößenden Zyklopen verfolgt. Vor der spektakulären Kulisse der Höhlen von Artà tragen Zyklop und Drache einen Kampf aus. Die Tricks von damals wirken heute etwas unbeholfen – aber die Landschaft ist schön wie eh und je.

Cloud Atlas

Der Film „Cloud Atlas“ brachte 2011 eine hochkarätige Hollywood-Besetzung nach Mallorca. Halle Berry und Susan Sarandon, Tom Hanks und Hugh Grant drehten Szenen rund um Sa Calobra, Soller und den Puig Major. Die schroffe, ursprüngliche Berglandschaft bildet die ideale Kulisse für die dramatische Handlung von „Cloud Atlas“. Gefilmt wurde auch an der Mündung des Torrent de Parreis. Während der gesamten Aufnahmen lag das historische Segelschiff „Earl of Pembroke“ im Hafen von Sóller vor Anker.

Sa Calobra

Jack & Jill

Aus dem Jahr 2011 stammt auch die amerikanische Komödie „Jack & Jill“. Diesem Film ist etwas in der Filmgeschichte Einmaliges gelungen: Er hat in sämtlichen Kategorien die „Goldene Himbeere“ gewonnen, eine Art Anti-Oscar für hervorragend schlechte Leistungen. Das ändert nichts an der tollen Mallorca-Kulisse: Palmas Aussichtsterrasse Castell de Bellver dient als herrschaftlicher Film-Wohnsitz von Al Pacino. Die ästhetische Rundbogenarchitektur des Innenhofes ist immer einen Live-Besuch wert.

A Long Way Down

Camp de Mar ist ein beschaulicher Strandort im Südwesten Mallorcas nahe Paguera. 2012 ging es an der schönen Bucht etwas betriebsamer als üblich zu, denn ein Hollywood-Team um Starschauspieler Pierce Brosnan verfilmte hier den Nick-Hornsby-Roman „A Long Way Down“. Vier Menschen suchen sich ausgerechnet die lebensfrohe Mittelmeerinsel aus, um hier ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie treffen zufällig zusammen und gewinnen ihrem Dasein ganz nebenbei ziemlich viele gute Seiten ab. Kein Wunder vor der Kulisse!

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